SF Littel I. – VfL Stenum IV 10:0
„Du sollst in deinen Spielberichten nicht immer so kritisch sein“, so die Anmerkung eines Spielers nach Spielschluss. Dafür bestand nach dem heutigen Spiel auch nicht der geringste Ansatz. Wenn man den Gegner zweistellig besiegt, dann hat man als Mannschaft vieles richtig gemacht.
Wer als Zuschauer eine Minute zu spät kam, der hatte das schnellste Tor der bisherigen Saison versäumt. Stenum machte Anstoß, Kevin Schmidt stiebitzte sofort den Ball, stürmte auf der rechten Seite nach vorne und Niklas Eismann hatte keine Mühe, die Hereingabe nach 32 Sekunden im Tor unterzubringen. Und es ging munter so weiter. Mit einem Doppelschlag (7. / 11.) erhöhte Chris Aziegbe auf 3:0. Zunächst mit einem nicht unhaltbaren Flachschuss nach Hereingabe von Kevin Schmidt, dann auf Pass von Finn Lüschen-Strudthoff, nachdem ein Freistoß von VfL geklärt wurde und ein Konter folgte. Nach einer Viertelstunde vergab Kevin Schmidt einen weiteren Treffer, der Ball landete neben dem Tor. Die Litteler liefen die Stenumer immer wieder früh an, pressten sie in die eigene Hälfte zurück. Erinnerte streckenweise an das Spiel der Nationalmannschaft in der 1. Halbzeit gegen Italien ein paar Tage vorher. Torwart Mark Jeddeloh war beschäftigungslos, bekam nur gelegentlich mal einen Rückpass. Die Abwehr stand gegen eine offensiv schwache Gästemannschaft sehr sicher. In der 21. Minute traf Maik Schröder mit einem Freistoß nur die Latte, Kevin Schröder löste mit seinem Treffer lauten Torjubel bei den Zuschauern aus, allerdings entschied Schiedsrichter Sydney Eggers (TuS Döhlen) auf abseits. Kurz danach traf Finn Lüschen-Strudthoff mit einer Bogenlampe nur den Außenpfosten. Das 4:0 erzielte nach Vorlage von Tim Göken dann Chris Aziegbe mit einem Heber (28.). 5 Minuten danach scheiterte Chris nach einem Solo an Torwart Laurent Pulina. Das 5:0 fiel noch vor der Pause (39.) durch Kevin Schmidt, der ein Zuspiel von Chris Aziegbe aus 6m über die Torlinie drückte. „Endlich hat Otto mal quer gespielt“, so die Bewertung der Situation durch etliche Zuschauer. Die Stenumer hatten ihre bis dahin einzige und beste Gelegenheit in der 44. Minute. Ein Freistoß von Rene Bausen klatschte aus 20m an den Pfosten. TW Mark Jeddeloh zeigte dabei keine Reaktion, was kommentiert wurde mit „Mark, hast ein super Auge“. Mit einem beruhigen Vorsprung ging es dann in die Kabine.
Die zweite Halbzeit verlief ähnlich wie die erste. Littel war drückend überlegen, allerdings wurde nicht mehr ganz so intensiv gepresst. Die Gäste hatten dem Litteler Spiel kaum etwas entgegenzusetzen. Dafür gab es wieder Torgelegenheiten für den Tabellenführer in Hülle und Fülle. So rutschte Niklas Eismann an einer Hereingabe von Chris Aziegbe vorbei (47.), einen Schuss von Finn Lüschen-Strudthoff hielt TW Pulina (53.), nach einem Eckball vergab Chris Aziegbe (55.), wobei die Zuschauer bereits beim Torjubel waren. Das 6:0 erzielte Niklas Eismann, wieder war Kevin Schmidt der Vorbereiter (59.). Kevin traf dann auch noch nach einem Abklatscher vom VfL-Keeper, aber SR Eggers entschied auf abseits. Der eingewechselte Hannes Siemer scheiterte nach einem Sololauf fast ab der Mittellinie zunächst am Gästekeeper, im Nachsetzen am Außenpfosten. In der 72. Minute zappelte der Ball wieder im Tornetz, Schütze war wieder Hannes Siemer, doch der Schiedsrichter entschied wieder auf abseits, was allerdings mehr als zweifelhaft war. (Aber: abseits ist, wenn der Schieri es pfeift“). Finn Lüschen-Strudthoff war „das geilste Tor des Spiels“ vorbehalten, als er einen Freistoß aus 18m genau in den Torwinkel setzte (74.). Kurz danach erneut ein strittiges, nicht anerkanntes Abseitstor. In der Folgeszene wurde Finn Lüschen-Strudthoff am 16er gefoult, Kapitän Patrik Hartmann musste nach gelb-roter Karte den Platz verlassen. Niklas Eismann setzte den Freistoß über den Torwart hinweg zum 8:0 ins Netz (81.). Kurz vor Spielende wurde mit einem Doppelschlag sogar noch ein zweistelliges Ergebnis herausgespielt. Die Stenumer hatten sich ob des eindeutigen Spielstandes ihrem Schicksal ergeben, waren in Unterzahl, die Litteler spielten munter weiter. Das 9:0 erzielte Chris Aziegbe mit dem Kopf nach Flanke von Niklas Jopien (88.) und der letzte Treffer blieb Hannes Siemer vorbehalten (89.), wobei er vom uneigennützigen Zuspiel von Niklas Eismann profitierte. Nach dem Abpfiff gab es reichlich Beifall und lobende Worte für unsere 1. Herren. Unerklärlich ist allerdings die heutige Leistung der Stenumer, belegten sie doch einen gesicherten Mittelfeldplatz. Heute hatten sie im gesamten Spiel einen Pfostentreffer als einzige Chance, in der 2. Halbzeit keine einzige Möglichkeit. Kein Spielaufbau, kaum gewonnene Zweikämpfe – das war schon mehr als enttäuschend.
Unsere I. spielt am kommenden Sonntag bei Baris Delmenhorst II. Die stehen zwar unten in der Tabelle, aber man kann davon ausgehen, dass es ein wesentlich schwierigeres Unterfangen ist, dort 3 Punkte zu holen, vor allem wenn man Baris ins Spiel kommen lässt.